Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde

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Inhalt: Instandsetzungsmaßnahme an der Oder bei Reitwein (Stand: April 2017)

Die Oder ist im Bereich der Grenze zu Polen weitgehend mit Stromregelungsbauwerken in Form von Buhnen ausgebaut. Bei Reitwein (Od-km 604,6–605,5) wurde am deutschen Ufer eine Buhnengruppe infolge langjähriger militärischer Übungen massiv geschädigt. Die hydraulische Wirksamkeit des Regelungssystems ist hier nicht mehr gegeben. Es kommt zu Sedimentablagerungen im Bereich des Fahrwassers. Aufgrund der Fehltiefen stellt dieser Bereich eine Schwachstelle für die gesamte Schifffahrt, aber auch eine erhöhte Gefahr für Eisversetzungen und Eisstau dar.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde setzt nun die Instandsetzung der Regelungsbauwerke um. Dazu wurden von der Bundesanstalt für Wasserbau zahlreiche mögliche Varianten mit verschiedenen Modellen untersucht. Ziel ist es, die Regelungsfunktion und damit die ehemals vorhandenen Wassertiefen wieder herzustellen. Alternativ zur Wiederherstellung der Buhnen (quer zur Strömung) kann dies auch durch die Errichtung eines Parallelwerks in Fließrichtung erreicht werden. Im Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung des Planfeststellungsverfahrens ist die Errichtung eines gegliederten, hinterströmten Parallelwerkes als Vorzugslösung festgelegt worden.

Bei dieser Bauweise werden die ökologisch wertvollen Strukturen im Uferbereich weitgehend erhalten und tragen dauerhaft zur Verbesserung der Strukturvielfalt bei.

Ende 2014 wurde das Vorhaben mit Planfeststellungsbeschluss der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt genehmigt.

Als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme wurden bereits 2015 zwei Regelbuhnen oberhalb des Baufeldes zu Kerbbuhnen umgebaut. Diese ermöglichen eine Hinterströmung des Buhnenfeldes ab Mittelwasser. Ziel ist es die Strömungs- und Strukturvielfalt in diesem Bereich zu erhöhen und damit die Buhnenfelder ökologisch aufzuwerten.

Die Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens mit Umweltbezug finden Sie unter den angegebenen Links:

Aufgrund der starken Belastung aus der militärischen Nutzung sind im Vorfeld der Maßnahme, aber auch baubegleitend, Kampfmittelbergungen durchzuführen.

 

Umsetzung der Baumaßnahme

Der Bauauftrag für die Kampfmittelräumung und die Errichtung der Bauwerke wurde an die Firma Ingenieur Wasser Tiefbau GmbH, Frankfurt Oder vergeben. Baubeginn ist am 03.04.2017.

Lesen Sie hierzu die Pressemitteilung vom 11.04.2017: "Neue Bauweisen an der Oder"

 

Literaturtipp:

Ausführliche Informationen zur Bauweise alternativer Buhnenformen finden Sie unter:
https://www.schweizerbart.de/publications/detail/isbn/9783510653270/Alternative_Buhnenformen_in_der_Elbe_K